08./09. August 2009 (Hochzeit von Johannes & Tin sowie Schulanfang von Theo - Schade, dass ich nicht dabei sein konnte
)
Zu einem richtigen „Kanada-Abenteuer“ gehört natürlich auch mindestens einmal Kanufahren dazu, oder etwa nicht? Wie praktisch, dass ich einen Experten für Naturabenteuer als Mitbewohner habe. Somit stand einem aufregenden Wochenende auf dem Wasser nichts mehr im Wege. Martin ist seit Jahren begeisterter Kanufahrer (was die drei Kanus bei uns im Souterrain unweigerlich bestätigen). Nur etwa 2 Autostunden nördlich von Montreal befindet sich die touristische Region „Laurentides“, die bei den Montrealesen ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge ist. Im Winter beliebt bei Wintersportlern und im Sommer ideal für jegliche Art von Outdooraktivitäten, haben wir uns an besagtem Wochenende auch auf den Weg dorthin gemacht. „Wir“ heißt in diesem Fall Martin, seine Freundin Anne-Claude, Tom, unser dritter Mitbewohner sowie Claudia, Sonja und Marie-Ève, drei Mädels, die ich noch nicht kannte. Außer Martin und Anne waren wir alle „Anfänger“, wobei alle außer mir wenigstens Kanadier sind. Haben die das nicht eigentlich im Blut? ![]()
Erster Anlaufpunkt war der Campingplatz „La Plage“ in Labelle, wo wir zunächst unsere Zelte aufgeschlagen und unsere Boote, Paddel und Schwimmwesten ausgeliehen haben. Mit einem Shuttle ging es dann flussaufwärts des Rivière Rouge zu unserem Startpunkt. Nachdem alle Boote mit der nötigen Ausrüstung ausgestattet waren und Martin uns eine kurze Einweisung gegeben hatte, ging es auch schon los.
Erst schön gemächlich, ideal um ein paar wesentliche Manöver zu üben, und dann mit dem Strom flussabwärts bis zur ersten Stromschnelle. Bis dahin ging es ja ganz gut mit dem Paddeln, aber als ich gesehen habe, was wir vor uns hatten, war mir doch etwas anders zumute. Zum Glück (oder vll auch nicht) haben wir vor jeder dieser „Rapides“ am Ufer halt gemacht, sind aus dem Boot ausgestiegen und haben uns die ganze Sache erst einmal angeschaut. Tom und Marie-Ève haben es als erstes gewagt und alles sah so gut aus, bis sie mit einem mal umgekippt sind. Wie ärgerlich, aber irgendwie gehört das ja auch dazu. Dann kamen Claudia und Sonja, die das Ganze mit Bravour gemeistert haben. Trotz aller Tipps und Ratschläge, wo man die Stromschnellen am besten passiert und wo eher nicht, habe ich genau das getan, was man auf keine Fall tun sollte, nämlich aufhören zu paddeln und sich am Boot festhalten. So perplex war ich von den Wellen, die plötzlich ins Boot schwappten. *LOL*
Aber mit Anne „am Steuer“ (hinten) haben wir die erste Hürde dennoch ohne zu kentern gemeistert. Danach haben wir uns unsere Mittagspause an einem kleinen Strand am Flussufer gegönnt und uns für die noch kommenden „Hürden“ gestärkt.
Bei der zweiten Hürde handelte es sich allerdings nicht nur um eine kurze Stromschnelle, die man innerhalb weniger Minuten passieren konnte, sondern um einen ca. 1km langen Abschnitt kleinerer Schnellen und Wellen. Das fand ich fast noch anstrengender, weil das Wasser für eine längere Zeit recht belebt war und man sich nicht einfach mit dem Strom treiben lassen kann. Da merkt man erst einmal wie lang so ein Kilometer sein kann.
Aber auch diese Hürde haben wir alle Step by Step genommen und gemeistert.
Das dritte “Hindernis“ war eine Stromschnelle der Kategorie 3, durch die Martin unsere Boote mit jeweils einem von uns hindurchgeführt hat. Und das war auch gut so, ich hätte mir das selbst nämlich noch nicht zugetraut.
An der vierten und letzten Stromschnelle der Kategorie 4 haben wir unsere Boote dann alle über die sogenannte „Portage“ getragen (mit Ausnahme von Martin natürlich). Nach insgesamt 5 Stunden waren wir dann endlich wieder an unserem Campingplatz angelangt, der direkt um Flussufer gelegen ist.
Den Abend haben wir dann mit einem guten Wein und einem leckeren gemeinsamen Mahl ausklingen lassen. Wir waren alle so kaputt, dass wir ohne Probleme schon gegen 22 Uhr schlafen gegangen sind.
Am nächsten Tag haben wir ein Teilstück der Strecke noch einmal absolviert und wie das mit allem so ist, „Übung macht den Meister“.
Und obwohl ich noch tagelang Muskelkater und zwei blaue Knie hatte, wird das mit Sicherheit nicht meine letzte Kanutour gewesen sein.















